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Brautkleid gebraucht kaufen: Tipps für die Schnäppchensuche

Die meisten Brautkleider werden nur einmal getragen, oft nur wenige Stunden. Danach sind sie in sehr gutem Zustand. Wer gebraucht kauft, spart Geld, handelt nachhaltig oder bekommt ein Designer-Kleid, das neu außerhalb des Budgets liegt.

Entscheidend ist, beim Kauf genau hinzusehen. Dann ist das gebrauchte Kleid von einem neuen kaum zu unterscheiden und kostet nur einen Bruchteil des ursprünglichen Preises.

Warum sich der Gebrauchtkauf lohnt

Der größte Vorteil ist der Preis. Ein Kleid, das im Laden mehrere tausend Euro kostet, ist gebraucht oft für einen Bruchteil zu haben. Dazu kommt die Nachhaltigkeit. Ein Kleid, das nur wenige Stunden getragen wurde, hat noch viel Lebensdauer. Der nächsten Braut erspart der Kauf die Neuproduktion samt Stoff- und Transportkosten.

Auch die Auswahl spricht für den Gebrauchtmarkt. Viele Kleider werden nur ein einziges Mal getragen und sind in einem Zustand, den man bei einem getragenen Kleidungsstück kaum erwartet. Wenn Sie ein bestimmtes Modell oder einen bestimmten Designer im Blick haben, finden Sie gebraucht mitunter genau das Kleid, das im Laden nicht mehr erhältlich oder schlicht zu teuer ist.

Was Sie vor dem Kauf prüfen sollten

Der wichtigste Schritt ist, das Kleid genau zu prüfen. Die häufigsten Gebrauchsspuren sind leichte Staubränder am Saum und kleine Nähte, die nachgearbeitet wurden. Beides ist meist unproblematisch, solange Sie es vor dem Kauf sehen und einplanen.

Prüfen Sie das Kleid bei Tageslicht, am besten vor einem neutralen Hintergrund. Achten Sie auf Flecken an Achseln, Saum und Schleppe, auf verfärbte Stellen im Stoff und auf lose oder gerissene Nähte. Fragen Sie die Verkäuferin nach dem Grund des Verkaufs und danach, ob das Kleid bereits geändert wurde. Änderungen sind normal, aber Sie müssen wissen, ob die Nahtzugaben noch reichen, falls Sie das Kleid an Ihre eigene Figur anpassen lassen müssen.

Viele unterschätzen die Reinigung. Fragen Sie, ob das Kleid bereits professionell gereinigt wurde. Ein ungereinigtes Kleid kann Flecken zeigen, die erst nach der Reinigung sichtbar werden. Die Reinigung eines Brautkleides kostet je nach Material und Verarbeitung einiges. Rechnen Sie diesen Betrag in Ihr Budget ein.

Wo Sie gebrauchte Brautkleider finden

Es gibt mehrere Wege, gebrauchte Brautkleider zu finden, und jeder hat seine Vor- und Nachteile. Spezialisierte Second-Hand-Brautläden bieten den Vorteil, dass Sie das Kleid anprobieren können und die Verkäuferinnen Erfahrung mit Zustand und Änderungsmöglichkeiten haben. Solche Läden gibt es nicht überall, aber in größeren Städten und im Umland finden sich regelmäßig Anbieter.

Online-Plattformen und Kleinanzeigenportale haben die größte Auswahl und oft die niedrigsten Preise. Dafür müssen Sie ohne Anprobe kaufen und tragen das Risiko, dass das Kleid anders sitzt oder anders aussieht als auf den Fotos. Fragen Sie in diesem Fall nach möglichst vielen Bildern aus verschiedenen Winkeln, nach dem genauen Maß und nach der Möglichkeit, das Kleid zurückzugeben. Viele private Verkäuferinnen schließen die Rücknahme aus, deshalb sollten Sie vor dem Kauf alle offenen Fragen klären.

Auch Brautmessen und Flohmärkte mit Hochzeitsangeboten sind eine Option, ebenso wie Facebook-Gruppen und Foren, in denen Bräute ihre Kleider nach der Hochzeit weiterverkaufen. Dort bekommen Sie oft die Geschichte des Kleides direkt erzählt, etwa ob es am Tag der Hochzeit geregnet hat oder ob die Schleppe auf einem steinigen Weg geschleift wurde.

Was der Kauf zusätzlich kostet

Der Kaufpreis ist nur ein Teil der Rechnung. Ein gebrauchtes Kleid braucht fast immer eine professionelle Reinigung, auch wenn es sauber aussieht. Dazu kommen Änderungen, denn kaum ein Kleid passt ohne Anpassung perfekt. Beides zusammen kann je nach Aufwand einige hundert Euro ausmachen. Fragen Sie vor dem Kauf, ob die Verkäuferin die Reinigung bereits bezahlt hat, und rechnen Sie die Änderungskosten bei einer Schneiderin ein, bevor Sie den Kaufpreis als Schnäppchen bewerten.

Ein weiterer Punkt ist die Rückgabe. Beim Kauf von privat haben Sie in der Regel kein gesetzliches Rückgaberecht, und auch manche Second-Hand-Läden schließen die Rücknahme aus. Prüfen Sie die Bedingungen vor dem Kauf und behandeln Sie das Kleid wie einen Endverkauf.

Wann Sie kaufen sollten

Der Gebrauchtmarkt hat seine eigene Saison. Viele Bräute verkaufen ihre Kleider kurz nach der Hochzeit, also im Spätsommer und Herbst, wenn die Hochzeitssaison ausklingt. Wenn Sie früh suchen, haben Sie die größte Auswahl. Wenn Sie kurz vor der eigenen Hochzeit suchen, finden Sie oft günstigere Preise, weil Verkäuferinnen das Kleid schnell loswerden möchten. Planen Sie für die Suche, die Reinigung und die Änderungen genug Zeit ein, mindestens einige Monate vor dem Termin. Wenn Sie ein Kleid erst wenige Wochen vorher kaufen, zahlen Sie unter Umständen mehr für Express-Änderungen.