Brauthandschuhe: Wann sie passen und wie man sie trägt

Brauthandschuhe sind heute reines Stilmittel, keine rechtliche oder zeremonielle Pflicht. Sie ergänzen das Kleid und betonen die Arme. Ob sie zur Hochzeit passen, hängt vom Kleid, der Jahreszeit und dem persönlichen Geschmack ab.

Die Geschichte des Brauthandschuhs

Die Geschichte des Brauthandschuhs reicht weit zurück. Früher überreichte die Braut dem Bräutigam vor dem Traualtar den Handschuh als Zeichen einer rechtsverbindlichen Willenserklärung. Der Handschuh stand für das Jawort und machte die Ehe symbolisch gültig. Diese rechtliche Bedeutung ist verschwunden, denn heute wird die Ehe durch die Unterschrift auf dem Standesamt rechtskräftig. Geblieben ist die ästhetische Tradition: Der weiße Handschuh verleiht der Braut eine feierliche, zurückhaltende Eleganz, die viele Bräute bis heute schätzen.

Wann Handschuhe zum Kleid passen

Handschuhe wirken am besten bei Kleidern, die die Arme freilassen. Zu ärmellosen Kleidern, Trägerkleidern oder Kleidern mit dünnen Spaghettiträgern setzen sie einen klaren Akzent und lassen die Arme länger wirken. Bei Kleidern mit langen Ärmeln oder mit aufwendigen Ärmelabschlüssen aus Spitze oder Tüll sollten Sie auf Handschuhe verzichten, sonst entsteht ein überladener Eindruck.

Auch der Schnitt des Kleides ist wichtig. Zu einer schlichten A-Linie oder einem geraden, minimalistischen Kleid passen Handschuhe gut, weil sie dem schlichten Stil eine festliche Note geben. Bei einem Prinzessinnenkleid mit viel Tüll und Verzierungen sollten Sie vorsichtig sein: Hier lenken Handschuhe vom Kleid ab. Wenn Sie sich unsicher sind, probieren Sie das Kleid mit und ohne Handschuhe an und achten Sie darauf, ob das Gesamtbild ruhig und ausgewogen wirkt.

Die richtige Länge und das Material

Die Länge der Handschuhe hängt vom Ärmel des Kleides und vom gewünschten Effekt ab. Kurze Handschuhe reichen bis zum Handgelenk; sie sind die unauffälligste Variante und passen zu fast jedem Kleid. Bis zur Mitte des Unterarms reichen mittellange Handschuhe. Sie betonen die Arme und wirken besonders zu Trägerkleidern. Die dramatischste Wahl sind lange Handschuhe, die bis zum Ellbogen oder darüber reichen; sie gehören zu festlichen, glamourösen Kleidern mit freien Armen.

Beim Material sollten Sie die Jahreszeit und den Stil des Kleides beachten. Spitze ist der Klassiker und passt zu romantischen, verspielten Kleidern. Satin und Seide wirken edler und glatter und harmonieren mit schlichten, eleganten Schnitten. Tüll und feiner Netzstoff sind leichter und eignen sich für Sommerhochzeiten, während Satin und dickere Spitze auch in der kühleren Jahreszeit angenehm sind. Achten Sie darauf, dass das Material des Handschuhs nicht mit der Spitze oder dem Stoff des Kleides kollidiert. Wenn das Kleid bereits Spitzenapplikationen hat, wählen Sie besser glatte Handschuhe.

So tragen Sie die Handschuhe am Hochzeitstag

Bei der Trauung müssen Sie den Ring anstecken können, und das geht mit geschlossenen Handschuhen nicht. Sie haben zwei Möglichkeiten: Sie ziehen die Handschuhe vor dem Ringtausch aus, oder Sie wählen Handschuhe mit einer Öffnung am Ringfinger. Solche Modelle gibt es, aber nicht überall. Die einfachere und üblichere Lösung ist, die Handschuhe für den Ringtausch abzunehmen. Planen Sie das rechtzeitig ein und geben Sie die Handschuhe vorher Ihrer Trauzeugin oder legen Sie sie auf einen bereitgestellten Tisch.

Nach der Zeremonie entscheiden Sie selbst, wie lange Sie die Handschuhe tragen. Beim Essen, beim Anstoßen mit Sektgläsern und beim Tanzen sind sie meist hinderlich. Nehmen Sie sie dann ab und stecken Sie sie in Ihre Handtasche oder geben Sie sie einer Vertrauensperson. Legen Sie sie nicht auf den Tisch oder über eine Stuhllehne. Dort können sie leicht beschädigt werden oder verloren gehen. Wenn Sie die Handschuhe für die Fotos tragen möchten, ziehen Sie sie nach dem Essen wieder an.

Pflege und Aufbewahrung

Brauthandschuhe aus Spitze oder Tüll sollten Sie nicht in der Waschmaschine waschen. Reinigen Sie sie vorsichtig von Hand mit lauwarmem Wasser und einem milden Feinwaschmittel, oder bringen Sie sie in eine professionelle Reinigung, wenn sie stark verschmutzt sind. Nach der Hochzeit bewahren Sie die Handschuhe am besten flach in Seidenpapier oder in einer Stofftasche auf. Hängen Sie sie nicht auf einen Bügel, sonst verziehen sie sich und die Spitze leiert aus. So bleiben sie als Erinnerungsstück erhalten.