Brautkleid leihen: Ablauf, Kosten und wichtige Tipps

Ein Brautkleid zu mieten statt zu kaufen spart Geld und ist nachhaltiger, denn das Kleid wird nur einmal getragen. Beim Mieten wählen Sie aus einem begrenzten Sortiment. Sie müssen das Kleid rechtzeitig abholen und unbeschädigt zurückgeben. Wer früh plant, bekommt ein hochwertiges Kleid zu einem Bruchteil des Kaufpreises.

Wie das Ausleihen abläuft

In den meisten Brautmodengeschäften läuft das Ausleihen ähnlich ab. Zuerst vereinbaren Sie einen Termin zur Anprobe, denn vor Ort gibt es oft weniger Mietkleider als Kaufkleider. Viele Läden haben nur wenige Modelle in jeder Größe, weil jedes Kleid nach der Rückgabe gereinigt und geprüft werden muss.

Bei der Anprobe probieren Sie mehrere Modelle an und lassen sich beraten. Wenn Sie sich für ein Kleid entscheiden, reservieren Sie es für Ihren Hochzeitstermin. Dafür zahlen Sie in der Regel eine Anzahlung. Den Restbetrag zahlen Sie bei der Abholung. Das Kleid wird dann auf Ihre Maße angepasst. Die Änderungen sind meist im Mietpreis enthalten oder kosten extra.

Sie holen das Kleid wenige Tage vor der Hochzeit ab, oft zwei bis sieben Tage vorher. Nach der Feier bringen Sie das Kleid innerhalb einer vereinbarten Frist zurück, meist innerhalb von ein bis drei Tagen. Der Anbieter prüft das Kleid auf Schäden und Flecken, bevor er Ihre Kaution zurückzahlt.

Was die Miete kostet

Die Miete kostet deutlich weniger als der Kauf eines vergleichbaren Kleides. Wie viel Sie zahlen, hängt von mehreren Faktoren ab. Markenkleider und aufwendig bestickte Modelle kosten mehr als schlichte Schnitte. Auch die Mietdauer spielt eine Rolle: Manche Anbieter berechnen einen Pauschalpreis für ein Wochenende, andere rechnen nach Tagen ab.

Zusätzlich zur Grundmiete kommen oft Kosten für die Reinigung hinzu, die entweder im Preis enthalten sind oder separat berechnet werden. Gleiches gilt für Änderungen: Wenn das Kleid stark angepasst werden muss, kann der Anbieter einen Aufpreis verlangen. Fragen Sie vor der Reservierung immer, welche Leistungen im Preis enthalten sind und welche Extrakosten entstehen können.

Die meisten Anbieter verlangen eine Kaution. Sie hinterlegen die Kaution bei der Abholung und bekommen sie bei einwandfreier Rückgabe zurück. Die Höhe variiert, richtet sich aber häufig nach dem Wert des Kleides. Klären Sie vorab, wie Sie die Kaution zahlen und wann Sie sie zurückbekommen.

Worauf Sie bei der Anprobe achten sollten

Die Anprobe entscheidet, ob das Mietkleid am Hochzeitstag sitzt. Nehmen Sie die Schuhe mit, die Sie tragen werden, denn die Saumlänge hängt von der Absatzhöhe ab. Auch die Unterwäsche sollte der am großen Tag entsprechen, damit Sie sehen, wie das Kleid wirklich fällt.

Achten Sie auf den Zustand des Kleides: Prüfen Sie Nähte, Reißverschlüsse und Verzierungen auf Beschädigungen. Fotografieren Sie das Kleid bei der Abholung aus mehreren Winkeln. So können Sie bei der Rückgabe nachweisen, dass Schäden schon vorher da waren. Das schützt Sie vor unberechtigten Abzügen von der Kaution.

Fragen Sie, welche Änderungen erlaubt sind. Manche Anbieter erlauben nur kleine Anpassungen wie das Kürzen des Saums, andere passen das Kleid komplett an Ihre Figur an. Wenn Sie zwischen zwei Größen schwanken, wählen Sie die größere, denn ein Kleid kann enger genäht, aber nur schwer weiter gemacht werden.

Versicherung und Schäden

Im Mietvertrag steht, wer für Schäden haftet. Üblich ist, dass Sie für Flecken, Risse oder verlorene Verzierungen aufkommen müssen, die während der Mietzeit entstehen. Normale Abnutzung durch das Tragen ist dagegen meist abgedeckt. Fragen Sie konkret, was als normale Abnutzung gilt und was als Schaden zählt.

Eine separate Versicherung kann sinnvoll sein, wenn Sie ein teures Kleid mieten. Manche Anbieter bieten gegen Aufpreis eine Schadensversicherung an, andere verlangen, dass Sie selbst eine Police abschließen. Prüfen Sie vor der Hochzeit, ob Ihre private Haftpflichtversicherung oder eine spezielle Mietkleid-Versicherung den Fall abdeckt.

Bei kleineren Flecken gilt: Nicht selbst behandeln. Hausmittel wie Wasser oder Seife können den Stoff dauerhaft schädigen, besonders bei Seide oder Spitze. Informieren Sie den Anbieter sofort nach der Hochzeit über Schäden und besprechen Sie das weitere Vorgehen, statt das Kleid selbst zu reinigen.

Zeitplan und Organisation

Der Zeitplan ist beim Mietkleid am wichtigsten. Buchen Sie das Kleid so früh wie möglich, idealerweise sechs bis zwölf Monate vor der Hochzeit. Beliebte Modelle und Termine in der Hochzeitssaison sind schnell ausgebucht, und der Anbieter braucht Zeit für Anproben und Änderungen.

Planen Sie einen Puffer für die Rückgabe ein. Wenn die Feier länger dauert oder Sie über Nacht auswärts übernachten, müssen Sie das Kleid trotzdem am nächsten Tag zurückbringen. Klären Sie vorab, ob eine spätere Rückgabe möglich ist und welche Kosten dafür anfallen.

Vergleichen Sie mehrere Anbieter, bevor Sie sich entscheiden. Achten Sie nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Vertragsbedingungen: Was passiert bei Krankheit oder abgesagter Hochzeit? Ist eine Umbuchung auf einen anderen Termin möglich? Ein seriöser Anbieter beantwortet diese Fragen schriftlich und transparent.