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Kaufen, Leihen und Second Hand

Brautkleid leihen: Vor- und Nachteile des Mietmodells

Ein Brautkleid zu leihen lohnt sich, wenn Sie es nur zur Hochzeit tragen und danach nicht behalten möchten. Anfangs zahlen Sie für die Miete oft weniger als für den Kauf. Ob die Miete insgesamt günstiger ist, hängt davon ab, ob Reinigung, Änderungen und mögliche Zusatzkosten im Preis enthalten sind.

Prüfen Sie vor der Buchung den Gesamtpreis und die Rückgaberegeln. Mietdauer, Kaution und erlaubte Änderungen unterscheiden sich je nach Anbieter.

Für wen lohnt sich die Miete?

Leihen passt zu Ihnen, wenn Sie ein bestimmtes Kleid für den Hochzeitstag suchen, es anschließend zurückgeben möchten und mit einer begrenzten Auswahl zurechtkommen. Sie sparen sich dann die spätere Aufbewahrung und müssen das Kleid nicht selbst verkaufen.

Wenn Sie das Kleid als Erinnerungsstück behalten, dauerhaft ändern lassen oder später weitertragen möchten, ist ein Kauf meist passender. Ein gebrauchtes Kleid kann ein Mittelweg sein: Sie besitzen es, zahlen aber häufig weniger als für ein neues Modell. Vergleichen Sie deshalb alle drei Möglichkeiten.

So läuft die Miete ab

Zuerst probieren Sie das Kleid an. Wenn es verfügbar und zur Vermietung freigegeben ist, reservieren Sie es und halten die Bedingungen im Vertrag fest. Je nach Geschäft folgen Änderungen und eine spätere Abholung. Nach der Hochzeit geben Sie das Kleid zum vereinbarten Termin zurück.

Die Mietdauer reicht in veröffentlichten Angeboten von drei bis 14 Tagen. Klären Sie genau, wann Sie das Kleid abholen und zurückgeben müssen. Fragen Sie auch, ob eine Verlängerung möglich ist und was sie kostet. Steht die Hochzeit kurzfristig bevor, hängt die Auswahl davon ab, welche Kleider das Geschäft tatsächlich vorrätig hat. Ein vorhandenes Kleid muss nicht neu bestellt werden, passt aber nur, wenn Größe und mögliche Änderungen stimmen.

Was kostet die Miete?

Einzelne Anbieter nennen für kurze Kleider Einstiegspreise ab 200 Euro und für lange Modelle ab 450 Euro. Für reguläre Leihkleider werden teils auch Preise um 800 Euro genannt. Manche Verleihe berechnen einen Anteil des Kaufpreises. Diese Angaben stammen aus einzelnen Geschäften und sind kein Durchschnitt für den deutschen Markt.

Entscheidend ist, was im Mietpreis enthalten ist. Reinigung und kleinere Änderungen gehören bei manchen Angeboten dazu, bei anderen werden sie extra berechnet. Auch Zubehör und Versand können den Betrag erhöhen. Eine Verlängerung kann ebenfalls zusätzliche Kosten verursachen. Berechnen Sie die Mietkosten so:

Mietkosten: Leihgebühr plus nicht enthaltene Änderungen, Reinigung und Zusatzleistungen.

Die Kaution zahlen Sie zunächst zusätzlich. Wenn Sie sie vollständig zurückerhalten, gehört sie nicht zu den endgültigen Kosten. Fragen Sie nach der Höhe der Kaution und danach, wann Sie sie zurückbekommen. Klären Sie außerdem, bei welchen Schäden der Verleih Geld einbehält.

Was für das Leihen spricht

Mit der Miete zahlen Sie anfangs oft weniger als beim Kauf eines hochwertigen Kleides und müssen außerdem nicht entscheiden, was nach der Hochzeit mit dem Kleid passieren soll. Wenn die Reinigung im Mietpreis enthalten und die Rückgabe klar geregelt ist, haben Sie danach weniger Aufwand.

Ein weiterer Vorteil ist die Wiederverwendung: Dasselbe Kleid kann von mehreren Bräuten getragen werden. Das ist besonders praktisch, wenn Ihnen der Gedanke gefällt, ein Kleid nicht nur für einen einzigen Anlass anzuschaffen. Der Vorteil hängt jedoch davon ab, wie oft das Kleid tatsächlich weiterverliehen wird.

Wo die Nachteile liegen

Nach der Hochzeit gehört Ihnen das Kleid nicht. Sie können es weder behalten noch später nach Ihren Wünschen ändern. Auch die Auswahl ist begrenzt: Nicht jedes Modell und nicht jede Größe wird vermietet. Fragen Sie deshalb früh nach passenden Kleidern und lassen Sie sich bestätigen, dass Ihr Wunschmodell für Ihren Termin reserviert ist.

Änderungen sind oft eingeschränkt, weil der Verleih das Kleid später erneut anbieten möchte. Dauerhafte Anpassungen sind daher häufig ausgeschlossen. Kleine Änderungen können möglich sein, kosten aber je nach Geschäft extra. Probieren Sie das Kleid mit den Schuhen und der Unterwäsche an, die Sie bei der Hochzeit tragen wollen. So erkennen Sie eher, ob die Passform mit den erlaubten Anpassungen funktioniert.

Prüfen Sie außerdem, was als normale Gebrauchsspur gilt und wofür Sie zahlen müssen. Flecken, Beschädigungen oder eine verspätete Rückgabe können zu Abzügen von der Kaution oder weiteren Kosten führen. Die konkreten Regeln stehen im Mietvertrag und sind nicht bei allen Verleihen gleich.

Ist Mieten nachhaltiger?

Mieten kann Ressourcen sparen, wenn dadurch ein Kleid mehrfach genutzt wird und ein zusätzlicher Neukauf entfällt. Eine Studie zur Umweltbilanz formeller Damenmode bei einem kleinen italienischen Verleih ergab unter den Annahmen ihres Modells Vorteile für das Mieten bei den untersuchten Klima- und Energiekennzahlen. Das Ergebnis lässt sich nicht ohne Weiteres auf Brautkleider oder jeden Verleih übertragen.

Die Studie bezog auch Reinigung, Verpackung und Transport in den Vergleich ein. In ihrem Klimavergleich schnitt ein gekauftes Kleid, das siebenmal getragen wurde, besser ab als das untersuchte Mietmodell mit durchschnittlich 7,5 Nutzungen. Für Ihre Entscheidung zählen deshalb sowohl die Wiederverwendung als auch die Wege und die Pflege des Kleides. Mieten ist nicht automatisch umweltfreundlicher.

Fragen vor der Brautkleid-Miete

Lassen Sie sich die wichtigsten Bedingungen vor der Reservierung schriftlich geben. Fragen Sie dabei insbesondere nach:

  • dem Gesamtpreis einschließlich Änderungen, Reinigung und einer möglichen Verlängerung
  • der verfügbaren Größe, dem Abhol- und Rückgabetermin sowie einer möglichen Terminverschiebung
  • der Höhe der Kaution und den Regeln für Flecken, Schäden und normale Gebrauchsspuren
  • den erlaubten Änderungen und den Kosten dafür
  • den Stornierungsbedingungen und dem Zustand des Kleides bei Übergabe

Lassen Sie bei Abholung den Zustand des Kleides dokumentieren, etwa im Übergabeprotokoll oder mit Fotos. So können Sie bei der Rückgabe nachvollziehen, welche Gebrauchsspuren bereits vorhanden waren.

Miete, Kauf oder Secondhand?

Vergleichen Sie die Miete mit den tatsächlichen Kosten eines Kaufs. Beim Kauf zählen neben dem Preis auch Änderungen, Reinigung und Aufbewahrung. Ein möglicher Wiederverkaufserlös senkt den effektiven Aufwand, ist aber nicht sicher. Bei der Miete zählen die Leihgebühr und alle nicht enthaltenen Leistungen; die Kaution führen Sie getrennt auf, weil sie zurückgezahlt werden kann.

Leihen passt, wenn Sie das Kleid nach der Hochzeit nicht behalten möchten und die Mietbedingungen zu Ihrem Termin und Ihrer Figur passen. Kaufen ist sinnvoller, wenn Ihnen das Kleid als Erinnerungsstück wichtig ist oder Sie umfassende Änderungen wünschen. Secondhand bietet sich an, wenn Sie das Kleid besitzen möchten und ein bereits getragenes Modell für Sie infrage kommt.