Brautkleid online bestellen: Worauf Sie beim Kauf achten müssen
Der Online-Kauf spart Zeit und bietet mehr Auswahl, aber er ersetzt die Anprobe nicht. Sie können weder den Stoff fühlen noch die Passform prüfen, und ein Test vor Ort ist nicht möglich. Wer früh bestellt, seine Maße genau kennt und die Rückgabebedingungen vorher prüft, verringert diese Risiken.
Früh bestellen und Zeit einplanen
Wer das Kleid online bestellt, sollte etwa sechs Monate vor der Hochzeit mit der Suche beginnen. Diese Zeit brauchen Sie, weil Lieferzeiten stark schwanken und weil nach der Lieferung noch Änderungen anstehen. Ein Kleid, das online passt, ist selten sofort perfekt. Planen Sie mehrere Termine bei einer Schneiderin oder einem Schneider ein, damit für Anpassungen genug Zeit bleibt. In den letzten Wochen vor der Hochzeit wird es eng, weil Änderungen nicht mehr in Ruhe durchgeführt werden können.
Stil und Budget zuerst klären
Bevor Sie durch Online-Shops blättern, sollten Sie zwei Dinge festlegen: welcher Stil zu Ihnen passt und wie viel Sie ausgeben wollen. Das Budget ist die härtere Grenze. Ein Kleid, das Ihnen gefällt, aber das Budget sprengt, führt nur zu Enttäuschung. Legen Sie eine Obergrenze fest, die auch Versandkosten, eventuelle Zollgebühren und die Kosten für Änderungen einschließt. Diese Nebenkosten werden beim Online-Kauf gern unterschätzt.
Beim Stil hilft es, sich an bereits bekannten Vorlieben zu orientieren. Überlegen Sie, welche Silhouetten Ihnen schon im Geschäft gefallen haben und welche Stoffe Sie im Alltag gern tragen. Sammeln Sie Bilder von Kleidern, die Ihnen gefallen, und vergleichen Sie die Schnitte. So erkennen Sie Muster und suchen gezielter, statt sich von der Menge der Angebote überwältigen zu lassen.
Größen und Maße richtig nehmen
Die größte Fehlerquelle beim Online-Kauf ist die Größe. Brautkleider fallen je nach Hersteller unterschiedlich aus, und die Konfektionsgröße aus dem Alltag sagt wenig über die Passform eines Hochzeitskleides aus. Messen Sie sich deshalb nicht selbst, sondern lassen Sie sich von einer zweiten Person ausmessen. Relevant sind Brustumfang, Taillenumfang, Hüftumfang und die Länge vom Halsansatz bis zur gewünschten Saumkante.
Vergleichen Sie diese Maße mit der Größentabelle des jeweiligen Anbieters, nicht mit Ihrer üblichen Kleidergröße. Viele Hersteller arbeiten mit eigenen Größensystemen, bei denen dieselbe Größe anders ausfällt als im Laden. Wenn Sie zwischen zwei Größen liegen, wählen Sie die größere, denn ein zu großes Kleid lässt sich leichter enger nähen als ein zu kleines erweitern.
Rückgabe- und Umtauschregeln prüfen
Prüfen Sie vor der Bestellung die Rückgabebedingungen. Viele Anbieter schließen die Rückgabe für Kleider aus, die auf Maß gefertigt oder nach individuellen Maßen angepasst wurden. Das ist bei Brautkleidern häufig der Fall, weil sie nicht als Massenware auf Lager liegen. Prüfen Sie deshalb vor dem Kauf, ob das Kleid auf Lager ist oder erst nach Ihrer Bestellung produziert wird.
Achten Sie außerdem darauf, ob der Händler die Rücksendekosten übernimmt und innerhalb welcher Frist Sie das Kleid zurückschicken können. Ein Kleid, das nach der Anprobe nicht passt und nicht zurückgegeben werden kann, ist ein teurer Fehlkauf. Bei ausländischen Anbietern kommen Versandkosten und mögliche Zollgebühren hinzu, die bei einer Rücksendung oft nicht erstattet werden.
Anprobe und Änderungen einplanen
Auch wenn das Kleid online bestellt ist, endet der Prozess nicht mit der Lieferung. Planen Sie eine Anprobe ein, sobald das Kleid ankommt, und gehen Sie mit den Maßen zu einer Schneiderin oder einem Schneider. Typische Anpassungen sind das Kürzen des Saums, das Engernehmen der Taille oder das Anpassen der Träger. Diese Arbeiten brauchen Zeit und sollten nicht auf die letzte Woche verschoben werden.
Prüfen Sie bei der Anprobe auch den Sitz im Stehen, Sitzen und Gehen. Ein Kleid, das im Stehen gut sitzt, kann beim Tanzen oder beim Sitzen am Tisch stören. Wenn Sie Schuhe für die Hochzeit schon haben, bringen Sie sie zur Anprobe mit, denn die Absatzhöhe beeinflusst die Saumlänge.