Brautkleider aus Chiffon: Luftige Schnitte für Sommerbräute
Chiffon ist ein dünner, fließender Stoff mit fein gekräuselter Oberfläche. Er fällt weich und bewegt sich bei jedem Schritt mit. Ideal für Sommerhochzeiten, wo schwere, steife Kleider schnell zur Last werden.
Chiffon-Brautkleider wirken leicht und luftig, schlagen bei Wind nicht hart um den Körper, sondern schwingen mit. Wer im Hochsommer heiratet und ein Kleid sucht, das nicht aufträgt, findet in Chiffon einen Stoff, der Bewegungsfreiheit mit weichem, romantischem Aussehen verbindet.
Warum Chiffon im Sommer trägt
Chiffon besteht aus sehr fein gesponnenen Fäden mit einer Drehung, die dem Stoff seine typische, leicht körnige Struktur gibt. Dadurch liegt er nicht flach auf der Haut auf, sondern lässt zwischen den Fäden und dem Körper etwas Luft zirkulieren. Er eignet sich für warme Temperaturen, weil er weniger Wärme staut als dichte Stoffe wie Satin oder Taft. Dazu kommt das geringe Gewicht: Ein Chiffon-Kleid mit mehreren Lagen Rock fühlt sich immer noch deutlich leichter an als ein vergleichbar geschnittenes Kleid aus schwerer Seide oder Brokat.
Der Stoff ist allerdings transparent. Eine einzelne Chiffon-Lage ist durchscheinend, deshalb arbeiten die meisten Kleider mit einem Unterrock aus blickdichtem Stoff oder mit einem Futter, das bis zum Saum reicht. Achten Sie beim Anprobieren darauf, wie das Futter verarbeitet ist, denn es entscheidet darüber, ob das Kleid am Körper wirklich luftig wirkt oder ob das Futter den Effekt zunichtemacht. Ein gut geschnittenes Chiffon-Kleid hat ein leichtes Futter, das sich mitbewegt, und nicht einen steifen Unterrock, der den Rock vom Körper wegdrückt.
Seide oder Polyester
Chiffon gibt es in zwei Grundvarianten: aus Seide und aus Polyester. Seidenchiffon ist weicher, hat einen edleren Glanz und nimmt Feuchtigkeit besser auf, was an heißen Tagen angenehm ist. Er ist allerdings teurer und empfindlicher, Flecken von Schweiß oder Getränken dringen schnell ein. Polyesterchiffon ist günstiger, knittert weniger und behält seine Form auch nach mehreren Stunden Tanzen. Dafür schwitzt man darin schneller, weil das Material Feuchtigkeit schlechter ableitet.
Für eine Sommerhochzeit im Freien ist die Wahl nicht nur eine Frage des Budgets. Wenn Sie viel tanzen möchten und das Kleid lange tragen, ist Polyesterchiffon praktischer, weil er robuster ist. Wenn Ihnen der Tragekomfort bei hohen Temperaturen wichtiger ist und Sie ein Kleid mit weichem Fall suchen, lohnt sich der Aufpreis für Seide. Viele Brautmodengeschäfte führen beide Varianten, und der Unterschied ist beim Anfassen sofort spürbar. Nehmen Sie sich Zeit, beide Stoffe im Laden zu vergleichen, bevor Sie sich für ein Modell entscheiden.
Welche Schnitte zu Chiffon passen
Chiffon eignet sich nicht für jeden Schnitt. Der Stoff ist nachgiebig und legt sich an den Körper, deshalb funktionieren figurbetonte Silhouetten nur, wenn sie mit einem festen Oberteil aus einem anderen Stoff kombiniert werden. Typisch sind Chiffon-Kleider mit einem taillierten Mieder aus Satin oder Mikrofaser und einem fließenden Rock aus Chiffon. Das Mieder gibt Halt, der Rock sorgt für die Leichtigkeit.
Besonders gut kommen folgende Schnitte mit Chiffon zur Geltung:
- A-Linie: Der Rock fällt vom Mieder aus weit nach unten, der Stoff kann sich entfalten und schwingt beim Gehen.
- Empire-Schnitt: Die Taille sitzt direkt unter der Brust, der Rock fällt von dort aus lang und gerade. Das streckt die Silhouette und ist an warmen Tagen angenehm, weil nichts auf der Taille aufliegt.
- Wickelkleid: Der Stoff lässt sich um den Körper schlagen und betont die Taille, ohne eng anzuliegen.
- Gerader Schnitt mit Schlitz: Ein schmaler Rock aus Chiffon wirkt elegant, ein seitlicher Schlitz gibt Bewegungsfreiheit und lässt Luft an die Beine.
Bei sehr engen Schnitten wie der Meerjungfrau-Silhouette ist Vorsicht geboten. Chiffon ist zu weich, um eine solche Form zu halten, und zeichnet außerdem jede Linie der Unterwäsche ab. Wenn Sie eine enge Silhouette möchten, greifen Sie besser zu einem Kleid mit Chiffon-Rock und festem, körperbetontem Oberteil.
Was beim Anprobieren zählt
Chiffon-Kleider verhalten sich am Körper anders als steifere Stoffe, deshalb sollten Sie beim Anprobieren auf einige Punkte achten. Bewegen Sie sich im Kleid, setzen Sie sich hin, heben Sie die Arme und gehen Sie ein paar Schritte. Der Rock sollte nicht zwischen den Beinen hängen bleiben und das Oberteil sollte auch beim Heben der Arme nicht verrutschen.
Achten Sie auf das Futter. Es sollte bis zum Saum reichen oder zumindest so lang sein, dass es beim Gehen nicht sichtbar wird. Bei hellen Chiffon-Kleidern in Weiß oder Creme ist das Futter oft der einzige Schutz gegen Durchsichtigkeit, und ein zu kurzes Futter fällt bei Gegenlicht sofort auf. Prüfen Sie das Kleid im hellen Licht, am besten bei Tageslicht, und nicht nur in der Umkleidekabine.
Die Unterwäsche ist bei Chiffon ein eigenes Thema. Weil der Stoff dünn ist, zeichnen sich Nähte und Kanten ab. Viele Bräute tragen unter dem Kleid nahtlose Unterwäsche in Hautton oder einen Body ohne sichtbare Träger. Fragen Sie im Geschäft, ob das Kleid mit einem eingearbeiteten BH auskommt oder ob Sie einen separaten trägerlosen BH einplanen müssen. Das Mieder vieler Chiffon-Kleider hat bereits eingearbeitete Cups, dann brauchen Sie keine zusätzliche Unterwäsche.
So pflegen Sie Chiffon richtig
Chiffon ist empfindlich, und die Pflege hängt vom Material ab. Seidenchiffon gehört in die chemische Reinigung, denn Wasser und Reibung können die feinen Fasern beschädigen und den Glanz trüben. Polyesterchiffon verträgt in der Regel eine Handwäsche mit kaltem Wasser und mildem Waschmittel, aber auch hier gilt: Prüfen Sie das Pflegeetikett, bevor Sie das Kleid waschen. Bei einem Brautkleid mit aufwendigen Applikationen, Perlen oder Spitze ist die chemische Reinigung fast immer die sicherere Wahl.
Nach der Hochzeit sollten Sie das Kleid zeitnah reinigen lassen. Schweiß, Parfüm und Getränkereste setzen sich in den feinen Fasern fest und können mit der Zeit gelbe Flecken hinterlassen, die sich später nur schwer entfernen lassen. Weisen Sie die Reinigung auf die Flecken hin, damit sie gezielt behandelt werden können. Hängen Sie das Kleid danach nicht auf einen Bügel aus Draht, der das dünne Material an den Schultern ausbeult, sondern lagern Sie es flach oder auf einem gepolsterten Bügel in einem Kleidersack aus Stoff.