Brautkleider in großen Größen: Die besten Schnitte für Kurven
Viele Bräute mit Kurven fürchten, kein Kleid in ihrer Größe zu finden. Diese Sorge ist heute meist unbegründet. Die Auswahl an Brautkleidern in großen Größen wächst stetig. Spezialisierte Geschäfte wie Lin-Riehl führen Modelle ab Größe 42/44 bis Größe 66. Entscheidend für die Wirkung ist die Silhouette, also die Grundform des Kleides. Sie bestimmt, wo der Stoff betont wird, wo er locker fällt und wie sich das Kleid anfühlt.
Für jede Figur gibt es einen passenden Schnitt. Welche Silhouette zu Ihnen passt, hängt von Ihren Proportionen ab und davon, was Sie betonen möchten.
Warum die Silhouette bei großen Größen entscheidet
Die Silhouette ist das erste Merkmal, das ein Brautkleid ausmacht. Sie bestimmt, wie das Kleid am Körper fällt, wo es betont und wo es überspielt wird. Bei kurvigen Figuren muss der Schnitt die natürlichen Proportionen aufnehmen, statt gegen sie zu arbeiten. Ein Kleid, das an der Taille zu eng geschnitten ist oder an der Hüfte spannt, verändert die Wirkung komplett, egal wie schön der Stoff ist.
Dazu kommt: Jede Figur hat andere Vorzüge. Eine Birnenfigur mit schmalen Schultern und kräftigeren Hüften braucht einen anderen Schnitt als eine Sanduhrfigur mit ausgeglichenen Proportionen.
Die A-Linie als sicherer Klassiker
Die A-Linie ist der Schnitt, der bei kurvigen Figuren am seltensten enttäuscht. Das Kleid ist an der Schulter und Brust eher schmal geschnitten und weitet sich ab der Taille gleichmäßig bis zum Saum. Die Form erinnert an den Buchstaben A. Dadurch wird die Taille betont, während Hüfte und Oberschenkel viel Raum bekommen und nicht einengen.
Für Bräute mit Birnenfigur ist die A-Linie besonders geeignet. Ein Beispiel ist das Modell Zacasha von Maggie Sottero mit schlichtem A-Linien-Rock. Der Schnitt gleicht die Proportionen aus, indem er die schmalere obere Körperhälfte betont und die Hüfte sanft umspielt. Auch bei anderen Figurtypen wirkt die A-Linie meist harmonisch, weil sie weder zu eng noch zu voluminös ausfällt.
Der Empire-Schnitt kaschiert Bauch und Hüfte
Beim Empire-Schnitt sitzt die Taille direkt unter der Brust. Von dort fällt der Stoff locker über Bauch und Hüfte nach unten. Dadurch entsteht eine lange, durchgehende Linie, die den Körper streckt und Bauch sowie Hüfte dezent überdeckt.
Dieser Schnitt ist eine gute Wahl, wenn Sie sich im Bauchbereich etwas kaschieren möchten oder einen besonders bequemen Sitz über den ganzen Tag suchen. Der Empire-Schnitt eignet sich auch für Bräute, die viel tanzen wollen, weil der Rock nicht an der Taille einschnürt. Achten Sie dabei auf den Übergang unter der Brust: Der Stoff sollte dort weich fallen und nicht spannen, sonst entsteht eine unschöne Faltenbildung.
Das Ballkleid balanciert Proportionen
Das Ballkleid mit tailliertem Oberteil und weitem, voluminösem Rock ist die dramatischste Silhouette. Der weite Rock schafft einen Kontrast zur Taille und lässt sie optisch schmaler wirken. Gleichzeitig balanciert das Volumen breite Hüften oder kräftige Oberschenkel aus, weil der Rock die Aufmerksamkeit auf sich zieht.
Für Bräute mit Sanduhrfigur oder mit betonten Hüften ist das Ballkleid eine starke Option. Der Rock sollte allerdings nicht zu steif sein. Modelle mit weichem Tüll oder fließendem Stoff fallen natürlicher und wirken weniger auftragend als steife Reifröcke. Beim Anprobieren sollten Sie prüfen, ob das Oberteil genug Halt bietet und ob Sie sich im weiten Rock sicher bewegen können.
Figurbetonte Schnitte betonen Kurven
Meerjungfrau- und Trompetenschnitte liegen eng an und betonen Hüfte, Po und Oberschenkel, bevor sie ab Knie oder Wade ausstellen. Diese Silhouetten zeigen Kurven deutlich, sie kaschieren nichts. Wer sich in einem figurbetonten Kleid wohlfühlt und die eigenen Formen betonen möchte, findet hier passende Modelle.
Der Unterschied zwischen den beiden Schnitten: Die Meerjungfrau liegt bis zum Knie eng an und weitet sich erst darunter. Die Trompete öffnet sich bereits ab dem oberen Oberschenkel. Die Trompete ist dadurch etwas bewegungsfreundlicher. Wichtig ist bei beiden, dass der Stoff dehnbar ist oder genug Nahtzugabe hat. Ein fester Stoff ohne Elasthan kann an Hüfte und Oberschenkel unangenehm drücken, besonders wenn Sie viel sitzen oder tanzen.
Worauf Sie beim Anprobieren achten sollten
Die Größe auf dem Etikett sagt wenig über den Sitz aus. Brautkleider fallen je nach Hersteller unterschiedlich aus, und ein Modell in einer bestimmten Größe kann bei einer Marke anders ausfallen als bei einer anderen. Nehmen Sie den Sitz an Brust, Taille und Hüfte als Maßstab, die Konfektionsgröße allein hilft nicht weiter.
Achten Sie beim Anprobieren auf drei Punkte. Erstens: Sie sollten sich frei bewegen können, also sitzen, gehen und die Arme heben. Zweitens: Der Stoff darf an keiner Stelle spannen, besonders nicht an der Hüfte oder an den Oberarmen. Drittens: Das Oberteil sollte genug Halt geben, ohne dass Sie ständig daran ziehen müssen. Wenn ein Kleid an einer Stelle spannt oder rutscht, hilft auch die schönste Silhouette nicht weiter.
Auch die Änderungsschneiderei gehört zur Planung. Die meisten Brautkleider werden auf Maß angepasst, und gerade bei großen Größen lohnt es sich, eine Schneiderin zu wählen, die Erfahrung mit dem jeweiligen Schnitt hat. Planen Sie für die Änderungen genug Zeit ein, mindestens einige Wochen vor der Hochzeit.