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Farben und Stoffe

Farbige Brautkleider: Von Pastelltönen bis zu kräftigen Farben

Seit Königin Victoria ist Weiß die klassische Brautkleidfarbe. Heute wählen rund 15 Prozent der Bräute ein farbiges Kleid, und der Trend wächst.

Ob zartes Rosé, helles Blau oder kräftiges Rot: Ein farbiges Brautkleid ist eine etablierte Alternative für alle, die sich individuell kleiden möchten, ohne gegen eine Regel zu verstoßen.

Warum ein farbiges Kleid wählen?

Ein farbiges Brautkleid ist eine bewusste Entscheidung für den eigenen Stil. Prominente wie Gwen Stefani und Chloë Grace Moretz haben auf ihrer Hochzeit farbige Kleider getragen und damit gezeigt, dass diese Wahl auch auf dem roten Teppich funktioniert. Die Inspiration dafür liefern heute vor allem Plattformen wie Instagram und Pinterest. Dort finden Bräute tausende Bilder von farbigen Kleidern, die es früher nicht gab.

Der wichtigste Grund für die Farbwahl ist jedoch persönlich: Sie müssen sich in Ihrem Kleid wohlfühlen. Eine Expertin bringt es auf den Punkt: Es ist natürlich, sich wie am eigenen Hochzeitstag zu fühlen, auch wenn man kein Weiß trägt. Das Kleid soll Ihre Persönlichkeit widerspiegeln, nicht einer ungeschriebenen Regel folgen.

Pastelltöne

Pastelltöne sind die beliebteste Wahl für Bräute, die Farbe wagen, aber dezent bleiben möchten. Zartes Rosé, helles Mint, Babyblau oder zartes Flieder wirken romantisch und feminin, ohne aufdringlich zu sein. Diese Töne erinnern an die Leichtigkeit und Unschuld, die auch mit Weiß verbunden wird, und fügen eine persönliche Note hinzu.

Bei der Wahl des Pastelltons spielt Ihr Hautton eine entscheidende Rolle. Helle Haut mit kühlen Untertönen profitiert von kühlen Pastelltönen wie Lavendel oder hellem Blau. Warme Hauttöne mit goldenen Untertönen kommen dagegen mit Pfirsich, Creme oder hellem Koralle besser zur Geltung. Ein einfacher Test: Halten Sie den Stoff in verschiedenen Tageslichtverhältnissen an Ihr Gesicht und achten Sie darauf, ob Ihre Haut frisch oder fahl wirkt.

Pastellfarbene Kleider haben einen praktischen Vorteil: Sie zeigen Flecken weniger deutlich als reines Weiß. Das ist besonders bei Hochzeiten im Freien oder bei empfindlichen Stoffen wie Seide ein Argument, das viele Bräute unterschätzen.

Kräftige Farben

Wer es auffälliger mag, findet in kräftigen Farben wie Rot, Smaragdgrün, Königsblau oder sogar Schwarz eine starke Alternative. Diese Töne setzen ein deutliches Statement und eignen sich für Bräute, die selbstbewusst auftreten möchten. Ein rotes Kleid symbolisiert Leidenschaft, ein tiefes Grün steht für Eleganz und Natürlichkeit, Schwarz wirkt modern und raffiniert.

Kräftige Farben haben jedoch eine andere Wirkung als Pastelltöne. Sie lenken die Aufmerksamkeit stärker auf das Kleid und weniger auf die Trägerin. Wer also ein auffälliges Kleid wählt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass es ein zentrales Element des Hochzeitstags wird. Auch die Location spielt eine Rolle: Ein tiefrotes Kleid wirkt in einem hellen Strandambiente anders als in einer gotischen Kirche.

Bei kräftigen Farben ist die Wahl des Stoffes besonders wichtig. Dunkle Töne schlucken Licht und können bei schweren Stoffen wie Samt schnell erdrückend wirken. Leichte Stoffe wie Chiffon oder Spitze brechen die Farbintensität und wirken auch in kräftigen Tönen luftig.

Die richtige Farbe für den Hautton

Die Farbwahl sollte nicht dem Zufall überlassen werden, denn nicht jeder Ton schmeichelt jedem Hautton. Die Grundregel der Farbberatung lautet: Kühle Hauttöne harmonieren mit kühlen Farben, warme Hauttöne mit warmen Farben. Wer unsicher ist, ob der eigene Hautton warm oder kalt ist, kann den Venentest machen: Bei bläulichen Adern im Tageslicht überwiegen kühle Untertöne, bei grünlichen Adern warme.

Neben dem Hautton spielt auch die Haarfarbe eine Rolle. Helle Pastelltöne können bei sehr dunklen Haaren untergehen, während kräftige Farben bei blonden Bräuten schnell überladen wirken. Ein guter Anhaltspunkt ist der Kontrast zwischen Haut, Haaren und Augen: Je stärker der natürliche Kontrast, desto besser vertragen Sie kräftige Farben.

Eine neutrale Zwischenlösung für alle Hauttöne sind gedeckte Töne wie Champagner, Altrosa oder Salbeigrün. Diese Farben wirken elegant und zurückhaltend, passen zu den meisten Farbtypen und lassen sich gut mit Accessoires in Weiß oder Silber kombinieren.

Farbige Kleider für bestimmte Anlässe und Zielgruppen

Farbige Brautkleider sind keine Frage des Alters. Ältere Bräute greifen besonders häufig zu gedeckten Tönen wie Creme, Champagner oder hellen Grautönen, die eine elegante Alternative zum reinen Weiß darstellen. Diese Farben wirken reifer und setzen dennoch einen persönlichen Akzent, ohne zu jugendlich zu wirken.

Auch als Zweitkleid für den Abend oder die Party sind farbige Kleider beliebt. Viele Bräute wählen für die Feier ein kürzeres Kleid in einer kräftigen Farbe, das mehr Bewegungsfreiheit bietet und zum Tanzen einlädt. Ein kurzes Kleid in Rot oder Blau ist praktischer als ein langes Abendkleid und macht den Übergang vom Fest zur Feier deutlich.

Wer sich nicht für ein komplett farbiges Kleid entscheiden möchte, kann mit farbigen Details arbeiten. Eine farbige Schleife, ein farbiger Gürtel oder ein Unterkleid in Kontrastfarbe, das unter einem weißen Oberkleid hervorschaut, setzen Akzente, ohne das gesamte Kleid zu verändern. Diese Variante eignet sich auch für Bräute, die sich nicht sicher sind, ob ihnen die Farbe auf Dauer gefällt.

Beim Kauf beachten

Beim Kauf eines farbigen Brautkleides gibt es einige Besonderheiten, die über die übliche Kleiderwahl hinausgehen. Der wichtigste Punkt ist die Farbtreue: Ein Farbton, der im Laden unter Kunstlicht schön aussieht, kann im Tageslicht oder im Kerzenschein völlig anders wirken. Fragen Sie daher nach Stoffmustern und betrachten Sie das Kleid bei verschiedenen Lichtverhältnissen.

Auch die Änderungsschneiderei spielt eine Rolle. Farbige Stoffe sind oft schwieriger zu ändern als weiße, weil jede Naht sichtbar wird und der Farbton bei verschiedenen Stoffpartien leicht abweichen kann. Lassen Sie sich vor dem Kauf bestätigen, dass der Stoff in ausreichender Menge für Änderungen vorhanden ist.

Ein weiterer Punkt ist die Abstimmung mit dem Bräutigam und der Hochzeitsgesellschaft. Während bei weißen Kleidern die Accessoires meist unkompliziert sind, müssen bei farbigen Kleidern auch Blumenstrauß, Schuhe und Schmuck auf den Farbton abgestimmt werden. Ein guter Ausgangspunkt ist, die Farbe des Kleides in einem Accessoire des Bräutigams aufzugreifen, etwa in der Krawatte oder dem Einstecktuch.